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Vogelgrippe Geflügelpest Schleswig Holstein 2020


Post von: Mathias Güthe





 

 

Vogelgrippe Geflügelpest Schleswig-Holstein 2020

 

Und wieder einmal ist es so weit. Vogelgrippe in Ihrer hochpathogenen Form des Subtypus H5n8 und evtl. H5N5 (Berichte der OIE sind noch nicht veröffentlicht) tritt in relativ großem Umfang bei Wildgänsen, Wildenten und Greifvögeln und vereinzelt bei anderen Wildvögeln in Dithmarschen und Nordfriesland auf.

 

Was wissen wir darüber ? Ohne die Gensequenzen nicht viel und diese wurden bisher nicht bekannt gegeben. Es bleibt also zunächst nur Spekulation. Auffällig ist, dass besonders zahlreich Nonnengänse betroffen sind. Die Vögel sind Weidetiere, die nicht direkt an der Küste auf Salzwiesen sondern etwas weiter im Binnenland salzärmeres Gras, derzeit auch bevorzugt Wintergetreide abweiden. Diese Gänse kommen von der russischen Eismeerküste zu uns ins Winterquartier. Der Verlauf Ihrer Infektion ist schnell und heftig so dass Sie sich erst kurz vor Flugbeginn infiziert haben können. Die Vermutung liegt nahe, dass Felder beweidet wurden, die mit kontaminierten Geflügelkot aus Massentierhaltung gedüngt worden sind. Ausbrüche in nennenswertem Umfang gab es zuvor offiziell im Grenzgebiet Russland/Kasachstan und eben nicht an der russischen Eismeerküste. Allerdings ist der Handel mit kommerziellem Geflügel und seinen Folgeprodukten (auch Fischfutter) schnell. Wie gesagt ohne Gensequenzen zunächst alles spekulativ. Greifvögel werden sich vermutlich direkt an kranken oder infizierten Wildgänsen angesteckt haben. Die übrigen Opfer haben sich vermutlich an den Rastplätzen infiziert die ja kurzzeitig einer Massentierhaltung in Bezug auf Tierdichte nicht unähnlich sind.

 

Was gehört ins Reich der Fabel? Immer wieder wird behauptet, diese Form der hochpathogenen Vogelgrippe sei endemisch im Wildvogelbestand vertreten. Endemisch bedeutet so viel wie dauerhaft etabliert. Dies ist unmöglich, denn wie man auch jetzt wieder sieht, kommt es zu kurzen heftigen Verläufen. Ein Virus, das schnell tötet braucht schnellen Nachschub und der ist bei Wildvögeln auf Grund der Tierdichte einfach nicht gegeben. Es gibt dazu wissenschaftliche Ausarbeitungen die belegen, dass HPAI-Viren nur in Massentierhaltungen entstehen und verbreitet werden können. Somit ist langfristige Aufstallung von Geflügel kontraproduktiv, weil sie Tierdichte und Kotkonzentration künstlich erhöht.

 

Was sagt die AG Vogelfrei Cimbria zu den aktuellen Maßnahmen der Kreisveterinärämter und des Landes S-H.? Aktuell scheint alles sehr umsichtig um im Rahmen der teils unsinnigen Verordnung zu laufen. Inwieweit bei Wildvogelfunden Sperrbezirke um den Fundort herum Sinn machen (der Wildvogel war dor ja zuvor nicht stationär eingezäunt sondern möglicherweise gestern noch ganz woanders) darüber mag man trefflich streiten. Tatsächlich ist es aber sinnvoll, eine zeitlich begrenzte Aufstallung anzuordnen so lange die Krankheit in unmittelbarer Nähe in dieser Heftigkeit grassiert. Eine Klage unsererseits gegen die jetzigen Maßnahmen ist daher weder angebracht noch sinnvoll.

Im Gegensatz zu 2016/17 reagieren hier die Kreise angemessen und im erforderlichen Rahmen in der Anwendung der der leider uneindeutigen Geflügelpestschutzverordnung. Kein Vergleich zu damals, als die Landwirtschaftsminister Habeck und Backhaus Ihren Bundesländern ohne ortsbezogene Risikobewertung eine ewig lange Zwangsaufstallung verordnet hatten. Dagegen hatten wir zu Recht geklagt und bekanntermaßen in Schwerin vorm OVG auch Recht bekommen.

 

Bereits 2019 haben wir uns nicht mehr zum AI-Geschehen geäußert. Mit Ausnahme zum Fall Mösenthin in Deetz, Sachsen Anhalt wo der Kreisveterinär dauerhaft Freilandgänsehaltung verbieten möchte, haben wir bundesweit im großen und ganzen angemessene Reaktionen erlebt und es gab keinen Bedarf unsererseits, irgendwo ÖL ins Feuer zu gießen.

 

Wir sind aber nach wie vor aktiv, unsere Gruppe jederzeit in Alarmbereitschaft und bei akuten Keulungsandrohungen darf auch das Notfalltelefon 017641794962 angerufen oder via whatsapp kontaktiert werden. 

 

Mathias Güthe

"Freilandhaltung: Lösung nicht Problem!"

1.Vorsitzender RGZV "Cimbria" Flensburg von 1876 e.V.

www.rgzv-cimbria.de/h5n8





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