RGZV Cimbria
Seit 143Jahren, Geflügelzuchtverein Flensburg.

RGZV Cimbria BLOG


Wiesenhof kontrolliert sich selbst
01.12.2019


Post von: Mathias Güthe





https://www.volksstimme.de/lokal/zerbst/wiesenhof-kontrolleure-aus-eigenen-reihen

Liebe Zuchtfreunde,

die Weihnachtszeit ist die Zeit der Besinnlichkeit. Das Wort steht für Zeit für Besinnung auf alles das, worüber man in der Hektik des Alltages nicht nachdenken kann. Weihnachten steht auch für Weihnachtsbraten ob Karpfen, Ente, Pute oder eben Weihnachtsgans.

Wir Geflügelzüchter freuen uns, dass mit jedem Braten aus eigener Haltung einem Lebewesen, welches unter widrigsten Bedingungen in dumpfen Licht einer großen muffigen Masthalle groß werden musste, das Dasein ersparen konnten. Ein Braten aus der Geflügelindustrie der ein quälerisches Leben hatte, damit wir ihn möglichst billig erwerben konnten, passt das zu einem Fest der Nächstenliebe.

Wohl kaum und deshalb kämpfen wir ja auch dafür, dass möglichst jeder der die Möglichkeit hat seinen eigenen gesunden Braten aufziehen kann und jeder, der das nicht kann, einen Braten aus Freilandhaltung erwerben kann.

Beide Möglichkeiten werden von den Bemühungen der großen Konzerne wie Wiesenhof oder andere Wesjohannfirmen konterkariert. Man nimmt Einfluss auf die Politik und fördert Institute die Freilandhaltung zur Gefahr und Industriehaltung zum Segen erklären wie z.b. das Friedrich-Löffler-Institut.

Nur so ist zu erklären, dass entgegen wissenschaftlicher Beweise, dass extensive Freilandhaltung z.B. hochpathogene Vogelgrippeviren an der Ausbreitung hindert und intensive Haltung diese entstehen lässt und verbreitet in einer EU-Verordnung der Begriff Hochrisikogebiete wie folgt definiert werden:

Gebiete mit Nähe zu Wildvogelrastgebieten und Gebiete einer hohen Dichte an weiteren Geflügelhaltungen. Das wäre ja noch halbwegs logisch. Der Gag dabei ist aber: Mit Hochrisikogebiet ist nicht gemeint, dass in diesen Gebieten Massentierhaltungen als Risikofaktor zu verbieten sind, damit der Austrag an Mist und weiterem, wie Transport von End- und Zwischenprodukten Schlachtabfällen usw. möglichst weit von den Wildvögeln und den anderen Tierhaltungen fernzuhalten ist! Gemeint ist mit Hochrisikogebiet ausgerechnet ein hohes Risiko durch Freilandhaltungen.

Wie weit bei der Meinungsfindung die Geflügelindustrie schon Einfluss auf die Meinung in den Köpfen von Amtspersonen gefunden hat zeigt exemplarisch ein Fall in Sachsen-Anhalt. Dort wird einem Landwirt mit Nähe zur Geflügelindustrie und Rastgebieten die Freilandhaltung seiner Gänse verboten. Das nicht nur 2017 zu Zeiten der Vogelgrippe,Klick:  hier der Artikel sondern bis heute.

Amtsinhaber und Bürger merken nicht, dass ihr Kopf zu Gunsten des gequälten Weihnachtsbraten manipuliert wurde.

Wirklich bedenklich wird es, wenn Bürger der Region sich nicht dagegen wehren, wenn ein Amt, welches wenigstens die Qualität der Industrieware sicherstellen sollte, diese Aufgabe an den Produzenten zurück delegiert! Dieser Skandal geschieht gerade in Anhalt-Bitterfeld genau dem Kreis, indem auch Freilandhaltung verboten wird. Klick: hier der Artikel dazu

Dies kann nicht unkommentiert bleiben, wir hoffen, dass nicht nur Klick: unser Leserbrief  in dieser Angelegenheit der Volksstimme zugeht!

Man fragt sich, wer dann noch die Haltungsbedingungen der Tiere kontrolliert! Auch der Konzern selber? Das würde zumindest erklären, warum auf den äckern mit Nähe zu Konzernhaltungen und Nähe zu Wildvogelrastgebieten auch immer wieder tote Tiere im Geflügelmist nachgewiesen werden.

Kommen wir also wieder zur Besinnlichkeit und besinnen uns auf das, was wirklich gut für uns Menschen ist - und wenn wir uns besonnen haben, dann kämpfen wir dafür!

In dem Sinne werden wir an dieser Stelle weiter aus dem Rathaus Schilda (Veterinäramt Anhalt-Bitterfeld) berichten. Der Landkreis glaubt ja offenkundig für die Schildbürger zuständig zu sein. Mathias Mösenthin aus Deetz hat unsere Aufmerksamkeit und unsere Besinnlichkeit verdient.

Herzlichst Euer Mathias

 

 

 

 

 





Kommentare


Guter Leserbrief
Andreas Höltje, 02.12.2019


Kompliment für den Leserbrief Mathias, besonders der letzte Satz gefällt mir! Industrie und gesunde, natürlich erzeugte Lebensmittel, das geht einfach nicht zusammen. Es wird Zeit zum Umdenken für Alle. Möge den Verantwortlichen im Landkreis der Weihnachtsbraten aus der Massentierhaltung im Halse stecken bleiben! Vielleicht kommen sie danach zur Besinnung. Wenn die Massentierindustrie ihre Untaten schon gern hinter hermetisch abgeriegelten am besten unsichtbaren Türen begehen möchte, dann sollten sie aufhören auf uns "schiessen" zu lassen, von ihren bezahlten Versallen in Ämtern und Pseudoinstituten! Wir werden zurück "schiessen" und dadurch ihr Treiben wieder ins Bewusstsein der Menschen rücken. Wollen die das wirklich?

Bitte tragen sie den neben stehenden Code ein.