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Klage abgewiesen
28.11.2018


Post von: Mathias Güthe





Nicht nur wir haben geklagt, sondern auch einige tapfere Mitstreiter (gn). Eine von Ihnen Regina Jäger, hat jetzt ein, leider erwartbares, Ergebnis und gibt dazu eine Pressemitteilung bekannt, die wir hier ungekürzt veröffentlichen:

Pressemitteilung

Urteil zu Stallzwang bei Vogelgrippe bestätigt: Globale Wirtschaftsinteressen vorrangig

Die Agrar-Ingenieurin Regina Jaeger, überregional bekannt als Expertin für das Halten von Hühnern zum Beispiel im Garten, hat jetzt das Urteil auf ihre Klage gegen den Einsperrzwang bei staatlich ausgerufenem Vogelgrippealarm erhalten: Klage abgewiesen.

Das bedeutet für Regina Jaeger das berufliche Aus. Sie hatte viele Jahre Seminare für das tierwohlkonforme Halten einiger Hühner angeboten. Hierfür hatte sie ein Anwesen auf dem Lande erworben und entsprechend umgestaltet. Ein alters- und geschlechtsgemischte Hühnerfamilie konnte im strukturierten Freigelände studiert werden, im Stall wichtige Einrichtungen und nützliche Accessoires vorgeführt werden, im Seminarraum die Theorie erklärt werden, und Gästezimmer für Kursteilnehmer von weiter weg gab es auch. „Eine ideale, in Deutschland seltene, und gut angenommene Kombination“, sagt Regina Jaeger. Die diplomierte Fachfrau arbeitete mit Tierschutz- und Tierzuchtorganisationen und auch zum Beispiel mit der Volkshochschule zusammen, und sie hatte Auftritte im Radio und Fernsehen, oft im Kreise ihrer Tiere. Warum muss das nun vorbei sein?

Regina Jaeger erklärt das so: „Über die biologischen Zusammenhänge, Gefährlichkeit und Verbreitungswege des Erregers wurde viel Irreführendes gestreut. Die Wahrheit ist: Die politischen Mechanismen, die aktiviert werden, wenn irgendwo ein mit Aviäre-Influenza-Virus behafteter Vogel gefunden wird, haben prioritär das Ziel, Massentierhaltung und den internationalen Handel mit Geflügelprodukten abzusichern. Kleine, naturnahe Vogelhaltungen sind nicht „systemrelevant“. Den staatlichen Autoritäten obliegt die Entscheidung, Handelsinteressen zu bedienen oder dem Tierschutz den Vorzug zu geben. Das ist eine politische Entscheidung. Einen wissenschaftlichen Beweis, dass von frei lebenden Vögeln Gefahr für niemals frei laufendes Geflügel ausgeht, gibt es selbst nach über zehn Jahren staatlicher unterstützter Forschung in diese Richtung nicht. Kleinen Hobbyhaltungen monatelanges Einsperren aufzuzwingen, obwohl sie keinerlei Kontakte in Massentierhaltungen oder das Marktgeschehen haben, kann Massentierhaltungen nicht vor Krankheitsgeschehen schützen. Im Gegenteil: Stallzwang für Hühnerhaltungen wie meine schadet der Gesundheit von Mensch und Tier, und zwar mehrfach.“ Regina Jaeger erinnert in diesem Zusammenhang beispielweise daran, dass inzwischen jährlich tausende Menschen allein in Deutschland sterben, weil Antibiotika nicht mehr helfen – was auch auf deren großzügigen, aber wegen der ganzjährigen Stallhaltung in der Regel notwendigen, Gebrauches in der Massentierhaltung zurück geführt wird.

Aber Anordnung ist Anordnung, welchem Zweck auch immer sie in Wirklichkeit dient. Und bei Stallzwang-Anordnung darf Regina Jaeger keine Besucher auf ihrem Gelände empfangen. Die Folge: Monatelang vorher geplante und gebuchte Seminare müssen kurzfristig abgesagt werden. „Geschäftspartner haben dann irgendwann keine Lust mehr, mit dir Veranstaltungen zu planen,“ sagt Regina Jaeger. Vor allem aber, so lehrt sie auch in ihren Seminaren: „Ohne Freilandhaltung ist artgerechte Hühnerhaltung praktisch nicht möglich.“ Drei Tiere hat Regina Jaeger während der letzten Stallzwang-Anordnung einschläfern lassen müssen. „Nach vielen Wochen des Eingepferchtseins ist es praktisch wie in einer Massentierhaltung. Die Tiere kriegen Krankheiten und Verhaltensstörungen. Und für die Menschen wird es dann auch gesundheitlich bedenklich.“

Regina Jaeger: „Meine Klage hatte zum Ziel, die Fortsetzung meiner Berufstätigkeit zu sichern. Daneben hatte ich die Hoffnung, mit der Vorlage vor Gericht eine neutrale Sicht auf die Sache erwirken zu können. Ich hoffte, das Gericht würde sich mit den aktuellen wissenschaftlichen Ausarbeitungen von namhaften Experten im In- und Ausland inhaltlich auseinander setzen. Viele hatte ich dem Gericht zur Verfügung gestellt. Es hätte am Ende sogar entschieden werden können, dass die Rolle des staatlich implementierten Friedrich-Löffler-Institutes als alleinigen Dogmensetzers überdacht werden muss beziehungsweise die Gesetzgebung zum Thema aktualisiert werden muss.“

Das ist aber nicht geschehen. Sondern das Verwaltungsgericht Schleswig hat sich die Position der Beklagten zu eigen gemacht.

„Kein gutes Urteil für ernst gemeinten Tierschutz,“ meint die Fachfrau für Hühnerhaltung, „Mein Geschäftskonzept ist zerstört - meine Investitionen in unser Anwesen, meine Geschäftskontakte, meine Zukunftsplanungen – das ist alles wertlos geworden. Eine nächsthöhere Instanz brauche ich nicht in Erwägung zu ziehen – meine finanziellen Möglichkeiten sind erschöpft. Ich muss mich beruflich anders orientieren.“

Und dann sagt sie noch: „ Für die Tiere hoffe ich, dass der Tag kommt, an dem die wissenschaftliche Beweislage auch politische Durchsetzungskraft findet.“

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Ihre Ansprechpartnerin:

Regina Jaeger, Dipl.Ing. agr. (Univ. Bonn), Spezialbereich: Tierproduktion
tierschutzunterricht@web.derrjaeger@web.de;   Tel (mobil) : 0170 27 88 404





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