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warum kein Kampf für Wismar h5n6
08.09.2018


Post von: Mathias Güthe





Hallo zusammen, nach langer Auszeit melden wir uns zurück. Dies war eigentlich noch gar nicht geplant aber wir wurden jetzt recht häufig angefragt, warum wir uns in Wismar nicht engagiert haben.

Zunächst einmal muss noch einmal deutlich gesagt werden:Wir können niemanden helfen, der nicht danach gefragt hat und der sich nicht relativ schnell ermitteln lässt. Dann muss weiter gesagt werden: Wenn die Behörden nach ihren Erfahrungen mit uns 2016/2017 jetzt so besonnen reagieren, dann gibt es auch für uns keinen Grund in hektische Betriebssamkeit zu verfallen.

Was wir wissen entstammt Zeitungsartikeln und dieser OIE-Eintragung: http://www.oie.int/wahis_2/temp/reports/en_imm_0000027800_20180904_154654.pdf

Also ein Rasseentenzüchter mit 133 Tieren (davon aber auch 17 Hühner und 3 Gänse) hat seine Tiere mit Erkältungssymptomen nach einem Todesfall untersuchen lassen, es wurde H5N6 (angebliches hpai) per PCR nachgewiesen. Laut dem Report gab es 15 Fälle und 14 allein verstorbene Todesfälle der Rest wurde gekeult. Es scheint sich um "rare" also seltene Rassen gehandelt zu haben. Die Behörden haben halbswegs vernünftig gehandelt und nur den betroffenen Bestand "behandelt" nicht aber wieder mit der Gießkanne Sperrgebiet und Risikozone ausgerufen.

Was wir nicht wissen und auch hier wohl nie erfahren werden:

Sind die Tiere, die gestorben sind, überhaupt an der Vogelgrippe gestorben (Zumindest beim letzten Fall auf Süderoog kommt auch eine andere nachgewiesene Krankheit als Todesursache in Frage).

Ist H5N6 mit dem clade 2.4.4.3 überhaupt hpai (stark krank machend) nur weil es diesen clade hat oder ist H5N6 in dieser Form vieleicht für Hühnervögel hpai  und für Enten lpai (schwach krank machend)? Von Süderoog wissen wir, dass die Puten verstorben sind die Hühner teilweise und die Enten und Gänse symptomlos waren. Die wildlebenden Enten und Gänse der Insel hatten trotz gleicher Weise und Futterstelle keine Krankheitsanzeichen und keinerlei Todesfälle. Sind die Hühnervögel dort vielleicht auch nur deswegen erkrankt, weil alle Tiere nach dem Tod einer Ente zusammen dicht eingesperrt wurden und durch die Aufstallung die krankmachende Dosis Viren innerhalb des Stalles erst angereichert werden konnte?

Kernfrage: Ist H5N6 (angebliches hpai) nun endemisch (also dauerhaft und immer wieder kreisend) in unserer Wildvogel- oder auch Hausgeflügepopulation verbreitet oder ist es hochpathogen? Beides geht nicht. Ein hochpathogenes Virus kann in einem Bestand nicht endemisch sein weil es sich in einer lockeren Wildvogelpopulation mangels Tierdichte u schnell totlaufen würde. Das kann sich nur in Massentierhaltung mit entsprechendem Nachschub an Wirtstieren länger halten. Diese Frage, liebes FLI haben wir seit 2006 nun schon sehr oft gestellt und noch nie eine plausible Antwort darauf bekommen.

Hätte man nicht auch in Wismar durch Quarantäne und Beobachtung seinen Wissenshorizont erweitern können, wenn es gewollt wäre? War die Keulung zumindest der Enten und Gänse nicht vermeidbar. Sind die 14 "deaths" vielleicht die Hühner gewesen?

Da die PCR ja durch Verunreinigungen (erinnert man sich noch an Wickersdorf) mit einem einzigen Genbruchstück schon zu einer Falschaussage führt (und H5N6 derzeit ja öfter ins FLI eigetragen wurde, wurde denn eine Gegenprobe überhaupt erstellt?

Was war der Eintragsweg in diese Rassegflügelhaltung? Futtermittel, Tiermärkte, Jungtierbesprechung, Wildvögel, endemischer Normalzustand?

Soweit die Fragen.

Im Fazit bleibt hängen: Erkenntnisgewinn auch dieses Mal vermutlich weggeschenkt, Enten vermutlich sinnlos getötet aber ansonsten besonnene Reaktion. Und da wir nicht die kleine Raupe Nimmersatt sein wollen, geben wir uns mit dieser Note "ausreichend" zufrieden ohne weiter auf die Barrikaden zu gehen.

An dieser Stelle Danke an Nele und Holger von Süderoog, die sich als Seelsorger für den Wismaraner Züchter angeboten haben, gerade weil ihnen unser aller Zuspruch, damit ist die AG Vogelfrei aber auch die facebook-Gruppe und das Hühnerforum gemeint, so gut getan haben und sie durch Ihre Erfahrung nun auch dem Züchter aus Wismar helfen wollten.

 

 

 





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