RGZV Cimbria
Seit 142Jahren, Geflügelzuchtverein Flensburg.

RGZV Cimbria BLOG


Hamburger Tierschutzverein / AG Cimbria Erfolgsstory
17.03.2018


Post von: Mathias Güthe





Bereits 2017 hat sich der Hamburger Tierschutzverein (HTV), wie so mancher anderer Verein, unserer AG angeschlossen. Es ist erfreulich, wie unser Netzwerk stetig wächst und damit auch unser Wissen, unsere Erfahrung und unsere finanzielle wie personelle Schlagkraft stetig zunimmt.

Die Erlebnisse und Akten zum Thema HTV und Staatsgewalt sind so umfassend, dass hier nur auszugsweise berichtet werden kann:

 

In der Saison 2016/2017 sah sich der HTV den Maßnahmen einer übereifrigen Amtsveterinärin gegenüber ausgesetzt -wir hatten noch nicht zusammengefunden- und so endete der Streit mit einem Aufnahmestopp für Vögel im Tierschutzverein. (Verbringungsverbote bringen ein Tierheim zum überlaufen und eine Tötungsandrohung für den Gesamtbestand bei nur einem positiv beprobten Tier kann man nicht riskieren) Der Tierschutzverein wurde, wie so viele andere auch, behördlicherseits gezwungen, Tiere zu quälen (u.a. durch ein unsinniges und viel zu langes Aufstallungsgebot). Tierschützer Tiere quälen zu lassen – eine Perversion in sich. Die Folge war, dass auch verletzten Fundvögeln nicht mehr geholfen werden konnte und niemand mehr wusste, was er mit einem Vogel in Not tun sollte.

 

In der diesjährigen Friedenssaison ging man seitens des HTV davon aus, dass die dort untergebrachten 200 Vögel (nicht jede Vogelart ist im Grunde relevant für die GeflPestSCHVO) auch in Frieden leben können.

 

Dem war nicht so! Der HTV gab uns diese Anhörung zur Kenntnis, auf die sehr schnell reagiert werden musste (fristwahrend)

 

Da Eile geboten war, haben wir zunächst den Wissenschaftskreis informiert und direkt das bewährte Anwaltsbüro von Herrn Büge eingebunden. Immer wieder hat sich gezeigt, dass nur eine Kanzlei, die hochprofessionell im Verwaltungsrecht arbeitet und in dem Seuchenrecht bereits Erfahrungen hat, wirklich positive Ergebnisse herbeiführen kann.

 

Parallel haben wir über die AG Vogelfrei einen Evakuierungsplan für den Notfall und ein Informationsnetz für etwaige Ausbrauchsmeldungen in der Nähe von HH installiert.

 

Herr Büge hatte zunächst ein vermittelndes Gespräch mit der Veterinärin geführt, dass hoffen ließ, dass nunmehr Vernunft einkehren könnte. Doch auch dazu kam es nicht, denn ohne weitere Vorankündigung ..

 

Erfolgte diese Ordnungsverfügung des Bezirksamtes Mitte.

 

Jetzt wurde ein größerer Kreis unserer AG nötig, um diesen Maßnahmen Einhalt zu gebieten. Es war eine Freude zu sehen, wie gut das geklappt hat! Beeindruckend auch die funktionierende Diskretion. Ihr seid ein tolles Team!

 

Happy End?

Am 19.02.18 erfolgte auf Grund unserer überzeugenden Argumente und der hervorragenden Arbeit von Herrn Büge die Aufhebung der obigen Ordnungsverfügung auf außergerichtlichem Weg.

Dies ist auch der Umsicht der BGV in Hamburg zu verdanken, die das Bezirksamt Mitte aus dem Verfahren herausgenommen haben und sich nun direkt mit dem HTV und der Problematik auseinandersetzen.

Der HTV und die Hansestadt HH haben einen Neustart begonnen, der vielversprechend ist und das Tierwohl in den Vordergrund stellt.

Der Unterzeichner durfte letzten Donnerstag einem Gespräch in Hamburg beiwohnen, bei dem der HTV mögliche freiwillige Maßnahmen vorgestellt hat, um die Biosicherheit auf seinem Gelände zu erhöhen, mit dem Ziel, nicht erneut von Bestandstötungen bedroht zu werden und den „Geschäftsbetrieb“ auch im Ausbruchsfall möglichst lange aufrecht erhalten zu können. Dies ist nicht als Eingeständnis zu werten, dass Vogelgrippe diese Maßnahmen tatsächlich erfordern, sondern als Notwendigkeit daraus, was Verordnungen einfordern.

Die Vertreter der Stadt prüfen nun nicht nur die Pläne, sondern erwägen auch eine finanzielle Unterstützung dieser Maßnahmen.

Es war ein sehr gutes Gespräch in angenehmer Atmosphäre auf Augenhöhe unter Partnern geführt, die sich jeweils dem Tierschutz verpflichtet sehen. Ich habe die Runde mit einem sehr guten Gefühl verlassen und freue mich, dass es auch anders gehen kann.

 

 

Uns bleibt als Fazit: Nicht immer sind wir durch Recht und Verordnung geschützt. Die Fehlinformationspolitik des FLI macht es den Behörden ohnehin schwer, ausgewogene Entscheidungen zu treffen. Wenn dazu noch Unwille, Profilierungssucht und persönliche Abneigungen kommen, dann wird es ein gefährlicher Mix, den man nur aufhalten kann, wenn Menschen mit gutem Willen, zeitlicher Opferbereitschaft, gebündeltem Wissen und einem guten Schuss Tierliebe zusammenarbeiten. In dem Sinne sagen wir …

 

Danke an: Imme Stade, Ilka Gohla, Ute Wiese und Ihrem Kunden, dem Team vom HTV, Herrn Büge, Klemens Steiof, Prof. Bhakdi & Prof. Reiß, Timm Spretke, Verena Engelmann, Herrn Amtmann, Herrn Dr. Buschhausen-Denker und allen weiteren Helfern, die ich jetzt vergessen habe.

p.s. nicht immer können wir Euch, liebe Leser und Spender, sofort über alle Ereignisse und Maßnahmen informieren. Manchmal. wie hier muß ein Vorgang erst zu Ende gebracht werden damit der Erfolg nicht riskiert wird. Dafür bitten wir um Verständnis.





Kommentare



Verena, 20.03.2018


Es tut so gut, es gibt wieder Kraft für die nächsten Einsätze - leider gibt es immer wieder welche. Aber .... gemeinsam sind wir stark und werden immer stärker, sehr schön ! Die Behörden haben es aber auch wirklich nicht leicht. Aber gut, wenn man auch in Behörden positives erreichen kann. Sie müssen uns nur zuhören und auch bereit sein sich eine eigene Meinung zu bilden. Das fällt leider gerade den Veterinären sehr schwer, leider.

Bitte tragen sie den neben stehenden Code ein.