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H5N6 Holland, Untersuchungsbericht und Bewertung
04.02.2018


Post von: Mathias Güthe





Aus Holland haben wir leider keine Antwort auf den holländisch verfassten Brief erhalten. Immerhin gibt es jetzt aber eine Veröffentlichung, die wir zunächst inhaltlich zu bewerten hatten, bevor wir sie hier veröffentlichen:

Hier zunächst der "Abschlussbericht" der Untersuchungen

Die nachfolgenden Gedanken sind lediglich indizienbasiert und nicht bewiesen. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Ausarbeitung, sondern um ein öffentliches brainstorming zu dem auch gerne per Kommentar beigetragen werden darf:

erste Reaktion:

Möglich, daß es sich um ein für gehaltene Enten virulenteres Virus handelt. Wie bekannt, werden solche Mutanten immer wieder entstehen, solange Viren und Vögel ko-existieren und ko-evolutionieren. Merke auch: hier könnte die Änderung des PB2 Gens (bei Bhakdi/Reiß vereinfacht "Körper" genannt) wichtig sein.

 

Die  Bedeutung solcher Mutanten wird wieder völlig übertrieben  Die Natur sorgt immer dafür, daß sich solche "Ausbrüche" von selbst tot laufen. Von uns aus müssen bloß die elementaren Maßnahmen - also Isolierung und gegebenenfalls Herd auslöschen, wie  von uns immer gefordert - vorgenommen werden.

 

Übrigens gilt Ähnliches für die Schweinepest. Wir haben uns belesen und sehen, daß von den Experten (FLI) und Behörden (div. Ministerien) genau die gleichen Dummheiten  verbreitet werden wie bei der Vogelgrippe. Vieles erscheint konstruiert.

 

Vorläufige Bewertung:

das ist wieder einmal eine sehr aufschlussreiche Geschichte mit vielen bemerkenswerten Details, die allerdings in den Berichten dazu eher zwischen den Zeilen stehen. Ich bin gerade dabei, die Hintergründe zusammenzustellen, will aber noch die genetischen Vergleiche beenden.

Aber schon mal zu den Fragen:
1. Über den Ablauf der Entenmast in dem betroffenen Betrieb schweigen sich die Berichte auffällig aus (EID, OIE, ScoPAFF). Es gibt aber Veröffentlichungen darüber, wie die Entenzucht in Holland organisiert ist, und es scheint im Ausbruchs-Betrieb genauso gewesen zu sein:

2. Die Entenmäster bekommen die Eintagsküken von einer Brüterei. Die größte dort ist wohl "Tomassen Duck-to" in Ermelo. Duck-to gehört zu demselben Konzern (Bangkok Farms), zu dem auch "Cherry Valley Farms" gehört. Dieser Konzern mit besten Beziehungen nach China spielte 2014 vermutlich die entscheidende Rolle bei der Einschleppung von H5N8 aus Süd-Korea nach Europa.

3. Die jungen Enten bleiben drei Wochen im ersten Stall; dann sind sie ausgewachsen und wechseln zum Mästen in einen anderen Stall. Der freiwerdende Stall wird ein paar Tage später wieder mit Eintagsküken belegt (also üblicherweise nach 4 Wochen; im Ausbruchsfall waren es exakt 28 Tage).  Bei der Kurve der Mortalität fällt auf, dass die Zahl der toten Enten in den ersten Tagen relativ hoch ist, dann auf nahezu Null sinkt, aber nach knapp 3 Wochen (28.11.) für einen Tag deutlich ansteigt. Meine Vermutung: an diesem Tag wurden die Enten umgestallt, wobei es zu einzelnen Todesfällen kam. Wenige Tage später gab es die ersten Anzeichen für Erkrankungen (sinkender Futtermittelverbrauch).  Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Ausbruch und der Umstallung ist evident.

4. Nach weiteren 4 Wochen werden im Normalfall die Enten im Alter von etwa 7 Wochen geschlachtet. Duck-to kauft die Enten sozusagen wieder zurück und schlachtet sie im eigenen Betrieb in Ermelo (Kapazität: 22.000 Enten / Tag). Bis 2016 gab es neben Duck-to in Harderswijk (Nachbarort zu Ermelo) noch eine Kooperative mit eigenem Schlachthof (VSI; Kap.: ~10.000 Enten/Tag), die aber inzwischen von Duck-to übernommen wurde.

5. Im Ausbruchsbetrieb waren die betroffenen Enten gerade 4 Wochen alt, als der Ausbruchsverdacht gemeldet wurde (nachmittags). Am selben Tag wurde (morgens?) der zweite Stall wieder mit Eintagsküken gefüllt, die dann am zweiten Tag im Stall bereits vergast (CO2) wurden. Es wird zwar behauptet, sie hätten keine Symptome gezeigt, aber das ist unter diesen Umständen auch nicht anders zu erwarten. Beprobt wurden sie nicht. Sie können vom Ablauf her die Viren natürlich nicht eingeschleppt haben und sie hatten auch praktisch keine Zeit, um sich zu infizieren.

6. In keinem Bericht wird erwähnt, dass die erkrankten Enten wenige Tage zuvor den Stall gewechselt hätten. (Das ist also nur eine Vermutung von mir, weil es nach Literaturlage so üblich ist und alle Details darauf hindeuten, s.o.!) Das wäre logischerweise der erste Ansatzpunkt, um den Eintrag der Viren aufzuklären.
Es gibt damit zwei hochbrisante Details:
a) während des Ausbruchs und noch kurz vor seiner Entdeckung bestand im kritischsten Moment ein direkter Kontakt zwischen dem Ausbruchsbetrieb und einer Brüterei. Wenn dies - wie zu vermuten ist - die Brüterei von Duck-to war, dann handelt es sich ausgerechnet um eine der größten, die auch für den Export arbeitet. Da droht eine transkontinentale Verschleppung der Viren bzw. weltweite Importembargos für holländisches Geflügel (mindestens Enten). In einer idealen Welt würde man erwarten, dass die holländischen Experten erklären, wie sie mit diesem Risiko umzugehen gedenken. In der Realität tun sie alles, damit niemand auf das Problem aufmerksam wird, bis hin zu grotesken Formulierungen ("One-day-old ducklings started production ... in barn 2 on December 7. ...". Die Eintagsküken nahmen also ihre Fleischproduktion am 7.Dezember auf  - Leser/innen sollen sich gar nicht erst fragen, was denn in dem Stall VOR den Eintagsküken war - da suggeriert man lieber, die ETK hätten schon wochenlang im Stall auf ihren Produktionsbeginn gewartet... denn ...

b) es bleibt völlig unklar, was den aus den Enten geworden ist, die kurz vor der Neueinstallung der ETK geschlachtet worden sein müssen. Wurden sie beprobt? Wurden sie sichergestellt oder sind die im Handel gelandet? Gab es einen Rückruf? Waren sie infiziert?? Das sind Details, die üblicherweise mitgeteilt werden (mindestens dem EU-ScoPAFF-Komitee) - nicht so in diesem Fall.

7. Untersucht wurden von den toten Enten nur einzelne Stichproben. Von zwei sind Gensequenzen in GISAID. Gundsätzlich sind der Ablauf der Krankheit und die Symptome, zusammen mit den Gensequenzen typisch für Geflügelpest. An diesem Punkt sind wir uns wohl nicht einig. Ich denke, wenn wir noch über andere Krankheitserreger spekulieren haben wir eine Menge zusätzlicher Fragen ohne von den alten irgendeine zu beantworten.

8. Hatte ich schon erwähnt, dass in exakt demselben Entenbestand schon am 1.12.2016 ein H5N8-Ausbruch war? Es gab ja seit 2014 in holländischen kommerziellen Geflügelhaltungen (offiziell) insgesamt nur 15 Geflügelpest-Ausbrüche (2014/15, 2016/17, 2017/18), davon 7 mal Entenmästereien. Sie sind also sicher überrepräsentiert. Es waren aber nur 5 verschiedene Farmen betroffen, 2 jeweils zweimal (Kamperveen und Biddinghuizen, jeweils im Abstand von etwa einem Jahr). Das lässt sich mit keiner Statistik überzeugend erklären.

9. Nach diesem ersten Ausbruch in einer kommerziellen Entenmästerei im Dezember 2017 gab es einige Tage später (!!) in der Umgebung (5-15 km entfernt) Funde von toten Höckerschwänen und einer Reiherente. Bei genauer Betrachtung liegen die Fundorte entlang der Straßen von Biddinghuizen nach Ermelo / Harderswijk. Eine Ausnahme bilden mehrere Möwen, die - wieder etwas später - im offenen Ijsselmeer tot gefunden wurden. Das lässt sich zwanglos damit erklären, dass Mantelmöwen (auch) Aasfresser sind und sich an der Küste an Schwanenkadavern angesteckt haben können und dann am Schlafplatz verendeten.
  Abschlussreaktion:  

Die Wildvögel haben sich also eher von den Zuchtenten infiziert als anders herum. Letzteres ist nicht möglich weil die erkrankten Entchen ganz jung waren.

 

Was für schlimme Wissenschaftler das sind xmxmxm. Mit den xmxmxm führen sie die Welt an der Nase herum. Eklig!!!!

 

Aber noch einmal zum ganzen Brimborium: wir fänden es wichtig,  als längerfristiges Ziel das Theater um die gemeingefährlichen"Ausbrüche" der Vogelpest zu entzaubern. Mit ihren Created Facts/Fake Facts haben diese sogenannten Wissenschaftler eine Scheinwelt geschaffen, in der  Menschen zu ihren Marionetten werden. Unseres Achtens sollte unsere Kernbotschaft sein: NICHT MITSPIELEN!

 

Diesen Reaktionen haben wir nichts hinzuzufügen. Es ist auch unerheblich von wem sie stammen, zeigen sie doch, dass es noch Menschen gibt, die mit klarem Verstand sofort das faule an der Geschichte entdecken. Schade, dass diese Menschen in der Minderheit sind!

Wir danken dem WAI für den regen Gedankenaustausch insbesondere Dr. Petermann für seinen enormen Zeitaufwand in unserer Sache, die er nach wie vor unermüdlich auf sich nimmt um dem Recht zum Durchbruch zu verhelfen!

Insbesondere Punkt 6 b) unserer Aufzählung war explizit Teil unserer Fragen an das NVWA, warum wir wohl keine Antwort erhielten? Irgendwie erschütternd aber auch klar.

Siehe ein paar Blogeinträge zuvor.

 

 

 





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