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Vogelgrippe HPAI in den Niederlanden 2017 h5N6
09.12.2017


Post von: Mathias Güthe





In Biddinghuizen (Gemeinde Dronten, Flevoland) ist bei einem Entenmastbetrieb (also wahrscheinlich Stallhaltung, gerne im Kommentar ergänzen, wenn recherchiert) H5N6 in einer hochpathogenen Variante ausgebrochen.

Hier ein gut lesbarer holländischer Bericht

Bemerkenswert ist mehrerlei:

1) Es ist der gleiche Betrieb, der letztes Jahr als erster in Holland betroffen war. Damals war es der 28.11.16. Ein Lösungsansatz drängt sich auf, der Betriebsablauf dieses Betriebes sollte überprüft werden. Austallung, Neueinstallung etc.

2) Es handelt sich um ein Reassortment aus dem vorjährigen H5N8 und dem diesjährig in NL und Europa bei Wildvögeln cirkulierenden niedrig pathogenen H5N6. Das ist ein wiederholter Beleg dafür, dass die Massentierhaltung (hier 16.000 Tiere auf einem Fleck) in der Lage ist aus harmlosen in der Wasservogelpopulation verbreiteten Viren durch seine Tierdichte hoch pathogene Viren entstehen zu lassen. Weiterhin, dass das vorjährige Virus wahrscheinlich irgendwo in der Produktionskette des betroffenen Betriebes überdauert hat.

3) Die Pandemiefanatiker müssten jetzt eigentlich als logischen Schluss ein Ende der Massentierhaltung fordern. Allein sie wissen es nicht.

4) Die Regierung reagiert merkwürdig in NL. Sie ordnet eine Aufstallpflicht für das ganze Land an, erhöht damit also das Risiko weiterer Reassortments (Genkombination verschiedener Virusstämme durch hohe Tierdichte.) im Land. Sie tut das aber nur für gewerbliche Geflügelproduzenten. Das ist für Hobbyhalter und Rassegeflügelzüchter zunächst eine nette Geste und darüber hinaus auch gerechtfertigt, weil deren Tiere nichts mit dem Wirtschaftsgeflügelkreislauf zu tun haben, bleibt aber dennoch eine Benachteiligung der Halter extensiven Freilandwirtschaftsgeflügels. Täterschutz geht hier also vor Opferschutz. Die Freilandbetriebe werden weiter wirtschaftlich belastet und zurückgedrängt, die vogelgrippeproblematik also in der Zukunft noch größer.

Nun ja, wie sagte ich vor ein paar Blogeinträgen... Die Menschheit lernt ja noch. ..... Hoffentlich!

Es gibt einen Betrieb namens Quaack in Biddinghuizen hier mit streetview anzusehen

der muss es nicht sein, denn 2016 gab es dort laut älterem Bericht drei Betriebe von denen 2 im Januar 2017 neu aufgestallt haben.





Kommentare


ein "fauler" Kompromiss? seid ehrlich mit euch!
Andreas Höltje, 11.12.2017


Tja lieber Mathias, ich denke mal dass das NL Beispiel ( Stallpflicht für alle ausser die Kleinhalter) für Europa (Deutschland) Beispiel geben könnte. Für mich natürlich Hoffnung meine kleine Truppe wäre nicht mehr von der Stallpflicht betroffen. Für die Geflügellobby ein gangbarer Weg, es wären die vielen tausend schreienden Stimmen stumm, die Hobby- und Rassehalter und die kleinen Selbstversorger. Wir die wir am lautesten geschrien haben und auch noch lauter schreien werden, wenn wir WIEDER zur Tierquälerei gezwungen werden sollten! Die grossen Freilandhalter aus industrieller Seite hatten doch nur Angst um die Deklaration ihrer Eier, die paar Kleinerern haben für unsere Sache zum Grossteil geschwiegen. Deshalb ist mein Mitleid (für die Halter, nicht die armen tiere) auch begrenzt. Natürlich gab es Ausnahmen für die es doppelt schlimm wäre, fallen nämlich 95% der betroffenen Mitstreiter weg. Es wäre für uns anderen ein kleiner Sieg, keine Lösung der Vogelgrippeproblematik wie du so schön beschrieben hast aber an der ist (noch) niemand interessiert. Es geht ums Geld. Ein mehr zu erwarten, heisst das Ende der Massentierhaltung zu erwarten - der Kampf ist an dieser Stelle für uns sicher vergeblich und in unserem Zusammenhang auch nicht zielführend. Der Kompromiss heisst hier "fast alle" Kleintierhalter sind zufrieden, es gibt nur noch kaum Protest und "fast alle" Ziele der Geflügellobby sind erreicht, sie können weiter im dunkeln produzieren, haben einen teil der Freiland/Biokonkurrenz beschädigt mit weit weniger lautem Protest und Kohle von der Seuchenkasse etc. fließt auch weiter. Also ein fauler Kompromiss den wir doch alle gehen würden!?

Nachtrag zu oben........
Andreas Höltje, 11.12.2017


.....ich hab gerade nachgelesen, sie verlangen von privaten aber auch den "Kontakt zu Wildvögeln und deren Ausscheidungen" zu verhindern.......eine an sich absurde und unter dem Aspekt der von uns vermuteten Übertragungswege unsinnige Anordnung. Die Frage wäre dabei natürlich in wie weit das ein "Papiertiger" ist, d.h. man tut so als ob man was dagegen tut wie der Schwachsinn mit den Desinfektionsmaßnahmen für Private....oder in wie weit man da eine Umsetzung erwartet und auch kontrolliert? Ein paar Alibi -Netze spanne ich von mir aus wiederwillig und die Tiere füttere ich sowieso im Stall............mehr aber auch nicht!

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