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Wahlstorf Hähnchenmastanlage und Dr. Habeck
27.11.2017


Post von: Mathias Güthe





Zur Einstimmung meiner Ausführungen bitte ich zunächst, diesen KN-Artikel zu lesen

Im Kleinen sieht man hier, wie gut der Lobbyismus des Antragstellers aus der Geflügelindustrie funktioniert, Während sich die Wahlstorfer zu Recht über die bürokratische Missachtung beschweren und ebenso zu Recht eine Umweltbelastung befürchten, ist die große Tragweite daraus durchaus noch einmal eine Nummer größer.

Bei Minister Habeck auf die Agrarwende zu hoffen, dürfte dabei ins Leere gehen. Minister Habeck hat auf einer Veranstaltung in Kiel Ende 2012 inhaltlich (nicht wörtlich) die Befürchtung geäußert, dass ein immer agressiver und intelligenter werdendes Virus die klinische Stallhaltung von Geflügel künftig wohl eher fördern würde.
Leider ist der Minister heute noch genauso desinformiert und eine Agrarwende ist wohl eher Richtung industrieller Massenhaltung denn anders herum auszulegen.

Die Folgen der Massentierhaltung in Wahlstorf wären nicht nur ein erhöhtes Austragsrisiko von Krankheitskeimen (Welche Anlage wäre in der Lage Viren zu filtern?) durch Luft- aber auch Dungemmission sowie Federemmission während der Transporte. Sie bedingt auch eine höhere Geflügeldichte. Und nach dem Durchführungsbeschluss 263/2017 kann überall dort Freilandhaltung verboten werden, wo ein Hochrisikogebiet ist. Hochrisikogebiet wird dabei unter anderem mit hoher Geflügeldichte definiert.

So arbeitet die Vogelgrippe und die Zulassung immer neuer Großanlagen Hand in Hand. Gesundes Freilandgeflügel wird durch den Bau neuer Anlagen verbietbar. Mastanlagen wirken wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Da hochpathogene Viren immer in Intensivhaltung entstehen und vermutlich über den Wirtschaftsgeflügelkreislauf verbreitet werden ist das sterben der Freilandkonkurrrenz damit irrsinnigerweise vorprogrammiert.

Die umgekehrte Richtung, nur noch Freilandgeflügel in geringer Haltungsdichte,wäre in der Lage, der Virusverbreitung Einhalt zu gebieten. Gerade die Wahlstorfer haben am 14.12.17 beim Vortrag von Prof. Reiß in der SHUG-Vortragsreihe in Plön eine gute Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, warum das so ist.

 

 





Kommentare


Verbraucher müssem umdenken....
Andreas Höltje, 03.12.2017


........diesen Trend kann nur der Verbraucher umlenken, in dem er diesen Dreck aus den dunklen, schmutzigen, verkeimten Tierhöllen nicht mehr kauft! Aber mir kommen da Zweifel, denn wie in allen wichtigen Dingen scheinen mir nur noch max 20%.Bevölkerung zum NAchdenken fähig oder willig sein. Wie ein guter Freund immer sagte: " Intelligenz säuft - Dummheit frisst! "

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